Ein halbes Leben


  1. Ø 0
   2008
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Filmhandlung und Hintergrund

Ein halbes Leben: TV-Drama um einen Mord, der nach 15 Jahren aufgeklärt werden kann, wodurch für alle Beteiligten - Täter, Angehörige, Ermittler - neue Umstände geschaffen werden.

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Kritikerrezensionen

  • In seinem nunmehr vierten Film für das ZDF behandelt Regisseur Nikolaus Leytner ein komplexes Thema: „Ein halbes Leben“, realisiert als deutsch-österreichische Koproduktion mit dem ORF, begleitet über 15 Jahre hinweg den U-Bahn-Fahrer Ulrich Lenz. Der von Josef Hader gespielte Protagonist hat eine junge Frau vergewaltigt und ermordet, der Fall wurde aber nie aufgeklärt.

    Leytners Film schildert den Umgang des Täters mit der eigenen Schuld ebenso wie die Bemühungen des Vaters der Toten (Matthias Habich), den Mörder doch noch zu finden. Als ein neuartiges Verfahren der DNA-Analyse Lenz als Täter überführt, kommt es – mehr als 20 Jahre nach der Tat – doch noch zum Aufeinandertreffen zwischen mit dem Vater des Opfers.

    Eindringlich schildert Leytner, der auch selbst das Drehbuch zu „Ein halbes Leben“ geliefert hat, die innere Zerrissenheit der Hauptfigur. Dabei macht er dem Zuschauer die Positionierung alles andere andere als leicht: Lenz wird gerade nicht als Monster oder Hassfigur präsentiert, sondern als sensibler Charakter, der ein neues Leben als liebevoller Familienvater beginnt. Immer wieder wird er mit der eigenen Schuld konfrontiert, findet aber nicht den Mut, sich selbst der Polizei zu stellen.

    Der Vater der Ermordeten sieht sich ebenfalls in einem Zwiespalt zwischen Wut und Mitleid für den Täter, als er ihm nach Jahren verzweifelter Suche endlich gegenübersitzt. Die spannungsgeladene Konfrontation der Hauptfiguren, die beide nach einer Erklärung für das Geschehene suchen, ist sicherlich der Höhepunkt des Films. Regisseur Leytner beschränkt sich bei der Inszenierung dieser Sequenz auf das Wesentliche, lässt in Großaufnahmen vor allem die Gesichter der überzeugenden Hauptdarsteller Hader und Habich für sich sprechen.

    Letztlich leitet diese Schlüsseszene zu einem offenen Ende über, das die Verurteilung des geständigen Täters mit der Annäherung der Opfer-Eltern an dessen kleine Tochter verknüpft. Eine Form von „Happy End“, das aber ein wenig unrealistisch anmutet. Zu den Schwächen des Films zählt auch das kaum wahrnehmbare Fortschreiten des erzählten Zeitraums: An den Hauptfiguren ist über 15 Jahre hinweg nahezu keine optische Veränderung erkennbar.

    Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass Nikolaus Leytner mit „Ein halbes Leben“ ein packendes Drama vorgelegt hat, das nicht zuletzt aufgrund des bis in die Nebenrollen (u. a. Franziska Walser, Wolfgang Böck) stark besetzten Darstellerensembles überzeugt. jl.

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